Wahltag ist Zahltag …

Der Herbstmonat Oktober bringt normalerweise die Ernte für die übers Jahr geleistete Arbeit in der Landwirtschaft – und mit dem Erntedankfest werden zumindest die guten Ergebnisse gefeiert. Dieses Jahr gilt dies auch für die Politik, denn am 22. Oktober finden die Parlamentswahlen in den Nationalrat (NR) und den Ständerat (StR) statt. Die Medien sind voll von Infos, Werbung und Prophezeiungen, welche Partei wohl wieviel gewinnen bzw. verlieren wird. Mit den im Dezember angesagten Wahlen in den Bundesrat (BR) findet die Erneuerung von Parlament und Landesregierung ihren Höhepunkt.

Was bedeutet das nun für uns Schweizerinnen und Schweizer, die sich mit den Wahlunterlagen bzw. der Wahlpropaganda auseinandersetzen sollten, um schliesslich den Wahlzettel wunschgemäss ausfüllen zu können? Es soll ja nicht wie beim Ausfüllen des Lottoscheins zu- und hergehen, sondern mit unserem Wahlzettel bestimmen wir die politische Zukunft der Schweiz für die kommenden vier Jahre mit! Naja, ein bisschen wenigsten … Die Auswahl ist mit rund 6000 Kandidatinnen und Kandidaten riesig und grösser als je zuvor. In manchen Kantonen mussten deshalb die Wahllisten zu einem regelrechten Büchlein zusammengefasst werden.

Im Kanton OW haben wir dieses Problem nicht. Unser einziger Ständerat Erich Ettlin (Mitte) ist in stiller Wahl bereits wiedergewählt worden. Etwas spannender zeigt sich die Ausgangslage für den NR, wo sich die Bisherige Monika Rüegger (SVP) sowie der junge Nico Fankhauser (FDP) duellieren. Leider hat sich ein dritter Kandidat von der GLP (Paddy Matter) nach der Kandidatur von Fankhauser wieder aus dem Rennen genommen. Ein Dreierticket wäre für mich eine gute Auswahl zwischen Links, Mitte und Rechts gewesen. So stellt sich nun die Frage: Kontinuität oder Experiment?

Diese Frage stellt sich auch in vielen anderen Kantonen, wo Bisherige auf eine Vielzahl neuer Konkurrentinnen und Konkurrenten treffen. Wie aber werden sich die einzelnen Parteien schlagen? Welche wird die grosse Wahlsiegerin werden? Wird es zu einem Rutsch bzw. zu einer Richtungswahl kommen? Ich bin jedenfalls froh, dass wir diese Auswahl haben und uns nicht lediglich zwischen zwei Polparteien entscheiden müssen (USA, GB). Positiv betrachtet hat jede von ihnen Stärken wie Unabhängigkeit und Neutralität (SVP), liberale Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung (FDP), christliche Wertvorstellungen (Mitte/CVP), Umwelt und Klima (Grüne/GLP) sowie soziale Gerechtigkeit (SP). Die Crux ist nur, dass sich die gleichen Parteien in Bezug auf diese Stärken überhaupt nicht einig sind, sondern sich in Parlament und Regierung oft blockieren, bis endlich ein typisch schweizerischer Kompromiss gefunden wird.

So überlege ich mir, ob nicht die Gründung einer neuen, umfassenden Einheitspartei dieses Malaise lösen könnte. Einen Namen für sie hätte ich bereits: Schweizerische Freisinnig-Christlich-Grün-Liberal-Soziale Volkspartei, kurz: SFCGLVP!

Bildquelle: SRG Deutschschweiz

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