7 Monate Geiselhaft

Seit dem “Schwarzen Shabbat” vom 7. Oktober 2023 befinden sich nach wie vor über 100 Geiseln in der Gewalt der Hamas-Terroristen irgendwo in Gaza. Ebenso viele konnten nach wochenlangen Verhandlungen freikommen, darunter viele ältere oder kranke Menschen, Frauen und Kinder. Nur wenige wurden von den IDF gefunden und befreit, weil sie von Zivilisten an unbekannte Orte verschleppt wurden und seither dort festgehalten werden. Was sie in den unendlich langen Tagen, Wochen und Monaten erleiden mussten, können wir uns schlicht und einfach nicht vorstellen. Die Aussagen der freigelassenen Geiseln lassen nichts Gutes vermuten. Und genau hier setzt der Film an, den die Amerikanerin Sheryl Sandberg gedreht hat, um insbesondere auf die Situation jener Frauen hinzuweisen, die beim Überfall und während ihrer Gefangenschaft massivste sexuelle Gewalt erleiden mussten. Umso wichtiger die israelische Forderung der Angehörigen und der Regierung nach einer Freilassung der Geiseln: «Bring them home now!».

Wer meiner Ansicht nach das Vorgehen der Israelis im Gazastreifen kritisiert, der hat von der komplexen Situation, in der sich die jüdische Bevölkerung Israels befindet, wenig bis nichts begriffen. Es reicht ein Blick zurück zur Staatsgründung am 14. Mai 1948, um zu erkennen, dass seither das kleine Land zwischen Jordan und Mittelmeer (from the river to the sea) einen unerbittlichen Existenzkampf gegen seine arabischen Nachbarn führen muss. Bis heute hat das Land alle Angriffe abwehren und überleben können. Kann es das auch nur einmal nicht mehr, wird es kein Israel mehr geben. Diese Vorstellung müsste eigentlich jedem christlich und demokratisch denkenden Menschen klar sein. Umso unverständlicher sind die derzeitigen Anti-Israel- und Pro-Palästina-Demos an den US-Universitäten. Der aufflammende Antisemitismus treibt seltsame Blüten, auch in Westeuropa, auch in der Schweiz. Was treibt diese Menschen dazu, diesen Krieg auf so einseitige Art und Weise zu sehen?

Es gibt genug Dokumente aus Gegenwart und Vergangenheit, die zumindest eine neutrale und sachliche Betrachtung des Konflikts erlauben und die gegenseitigen Vorurteile in Frage stellen. «Audiatur et altera pars» – dieser römische Grundsatz gilt in unseren heutigen Gesellschaften nach wie vor und würde den einen oder die andere etwas zurückhaltender und nachdenklicher werden lassen. Ich für meinen Teil stehe an der Seite Israels in der Hoffnung, dass es eines Tages für die Region Palästina eine gute und friedliche Lösung geben wird.

Bildquelle: Fortune Artikel

Film auf YouTube (82 Min.): Screams Before Silence

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