AKW Mühleberg geht vom Netz

Inmit­ten von Wald und Fel­dern gele­gen, gekühlt von einem Fluss – das AKW Müh­le­berg passt auf den ers­ten Blick per­fekt in eine Schwei­zer Idyl­le, die so seit 1972 bestand. Nach 47 Jah­ren Strom­pro­duk­ti­on geht das ältes­te Kern­kraft­werk Euro­pas am 20. Dezem­ber 2019 in Ren­te. Noch älter sind ledig­lich rund ein Dut­zend KKWs in Indi­en und den USA. Was wäre jedoch gewe­sen, hät­ten in all den Jah­ren die zahl­rei­chen Abschal­tun­gen nicht funk­tio­niert und es wäre zu einem Super-GAU à la Tscher­no­byl oder Fuku­shi­ma gekom­men? Wir wol­len uns lie­ber nicht vor­stel­len, wie das Mit­tel­land dann aus­se­hen wür­de. Nun ist es für ein­mal gut gegan­gen, sofern auch der 15-jäh­ri­ge Rück­bau ohne Kom­pli­ka­tio­nen ver­läuft. Ein Ersatz für unse­re AKWs ist zur­zeit nicht vor­ge­se­hen, d.h. der feh­len­de Strom soll durch nach­hal­ti­ge, CO2-neu­tra­le Kraft­wer­ke ersetzt wer­den. Gele­gent­lich auch durch Impor­te aus den Nach­bar­län­dern – hof­fent­lich aber aus erneu­er­ba­ren Quel­len. Im zuletzt bespro­che­nen Buch von Anton Gun­zin­ger kann man nach­le­sen, wie die Schweiz ener­ge­tisch völ­lig aut­ark wer­den könn­te. Dazu braucht es den Glau­ben an die Ener­gie­wen­de sowie den poli­ti­schen Wil­len für ent­spre­chen­de Mass­nah­men. Und wenn sich die 200 Staa­ten der UNO an ihrem jüngs­ten Kli­ma­gip­fel in Madrid nicht einig sind, müs­sen Län­der wie die Schweiz mit gutem Bei­spiel vor­an­ge­hen und zei­gen, dass es mög­lich ist, in der nahen Zukunft auf fos­si­le Brenn­stof­fe zu ver­zich­ten. Wenn jeder denkt, der ande­re soll zuerst, blei­ben wir auf immer und ewig in die­ser ver­häng­nis­vol­len Ener­gie­schlau­fe hän­gen!

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