Respekt für eine starke Frau

Offen­bar ist es heut­zu­ta­ge ein Ver­bre­chen, erschöpf­ten und ver­zwei­fel­ten Men­schen Not­hil­fe zukom­men zu las­sen. Was die Kapi­tä­nin der Sea-Watch 3 gemacht hat, ver­dient aller­höchs­ten Respekt und es braucht eine gehö­ri­ge Zivil­cou­ra­ge, sich den Anwei­sun­gen der ita­lie­ni­schen Behör­den zu wider­set­zen. Sie hat gehan­delt wie der gute Sama­ri­ter in der Bibel, der dem Opfer Hil­fe leis­tet, unab­hän­gig von Reli­gi­on, Kul­tur oder gesell­schaft­li­chem Sta­tus. Auch das Rote Kreuz ver­pflich­tet sich, die Not aller Kon­flikt­par­tei­en glei­cher­mas­sen zu lin­dern. Wer nun poli­ti­sche Argu­men­te gegen Caro­la Racke­te ins Feld führt, begibt sich weit weg vom gesun­den Men­schen­ver­stand. Nach­dem meh­re­re Staa­ten sich bereit erklärt hat­ten, die Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men, gab es kei­nen Grund mehr, noch län­ger auf offe­nem Meer zu ver­har­ren und die ohne­hin pre­kä­re Situa­ti­on der Men­schen auf der Sea-Watch 3 noch zu ver­län­gern. Dass nun aus­ge­rech­net Ita­li­ens Aus­sen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni Gift und Gal­le spuckt, erstaunt weni­ger und es zeigt über­dies klar und deut­lich auf, dass die EU nach wie vor noch immer nicht in der Lage ist, die Flücht­lings­strö­me zu steu­ern. Es ist bestimmt kei­ne ein­fa­che Auf­ga­be, aber wenn jetzt eine jun­ge Kapi­tä­nin für ihr muti­ges Ver­hal­ten in einer Not­si­tua­ti­on geop­fert wird, erach­te ich dies als Ein­ge­ständ­nis des Ver­sa­gens und als Hohn für die euro­päi­sche Poli­tik ins­ge­samt.

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